Donnerstag, 4. Juni 2009

Hello Kitty

Dienstag, 6. Mai 2008

Naher trifft Fernen Osten

(京都の駅)

(سادات)

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Donnerstag, 31. Januar 2008

Die Sprache als Haus des Seins

Wer Studenten der Islamwissenschaft kennt, hat vielleicht auch schon einmal deren Klagen bei der Übersetzung philosophischer Texte ins Arabische vernommen. Denn eine Sprache, die das Wort bzw. die Copula "sein" nicht kennt, stellt dem Übersetzer dabei so manches ontologische Beinchen. Gerade Texte Heideggers stellen unter diesem Gesichtspunkt gewiss eine besondere Herausforderung dar.

Interessant ist es daher zu lesen, wie andere Sprachkreise mit solchen Problemen umgeht. Vor kurzem fand ich folgende Einladung zu einem japanischen Heideggerlesekreis als Aushang in der UB (Ausschnitt):


Auf das gemeinsam zu lesende Werk Heideggers (ハイデガーの = haidegaa no = von Heidegger) wird folgendermaßen verwiesen:

“存在ち時間”

Werfen wir einen genaueren Blick auf die Schriftzeichen zwischen den Anführungszeichen!

1) 存 son: be/exist
+ 在
zai: be
= 存在 sonzai: existence

2) ち to: and

3) 時 ji: time/hour
+ 間 kan: interval/counter
= 時間 jikan: time

存在ち時間 => "sonzai to jikan" => "existence and time" => "Sein und Zeit" also wollen sich die Freunde aus dem fernen Osten gemeinsam zu Gemüte führen. Wohl bekomm's!

__________________
Literatur:
Spahn/Hadamitzky: The Kanji Dictionary. Rutland et al. 1996.
Heidegger, M.: Über den Humanismus. 10. Aufl. Frankfurt 2000.

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Donnerstag, 15. November 2007

Der Japaner an sich (Nr. 2)

Wie wir schon wissen, hat der Japaner an sich einen Riesespass daran, sich mit weltberühmten Bauwerken zu skurillen Figuren verschmolzen auf Fotos abzulichten.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf erfüllt es den Freiburger an sich natürlich mit Stolz zu sehen, dass derartige Versuche nicht nur mit dem schiefen Turm von Pisa, sondern auch mit dem "schönsten Turm der Christenheit" gemacht werden:


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Sonntag, 14. Oktober 2007

Der Japaner an sich

Das Bildprogramm über einem Portal zu einer gotischen Kirche ist zumeist eine ernste Angelegenheit. Hier in Notre-Dame in Paris scheint die Message eindeutig: Jesus trohnt als Weltenrichter über dem jüngsten Gericht, während unten die Engel die Posaunen blasen und die Leichen sich aus den Gräbern erheben zum jüngsten Gericht.
Nein, da darf man schon etwas Beklemmung erwarten bei einem gläubigen Katholiken, der durch dieses Portal in die Kirche schreitet. Zumal ihm gezeigt wird, wie der Erzengel Michael fein-säuberlich die Seelen abwiegt, und des Teufels Gehilfe dabei sogar die Waagschale nach unten zerrt. Wen überkommt da nicht die Furcht vor dem jüngsten Gericht; die Angst, an jenem Tage zu den Seelen zu gehören, die nach rechts ins Fegefeuer abgeführt werden?

Antwort: Ihn hier, als pars pro toto für jedwede japanische Reisegruppe in Paris:

Denn er befindet sich in fachfrauischer Begleitung einer japanischen Touristenführerin, welche den Besuchern aus Fernost minutiös sämtliche Details eines mittelalterlichen Kirchenportals nahebringt.
Routiniert lässt sie ihren mit einem roten Puschelschwänzchen gewappneten Zeigestab über die westliche Kunstgeschichte kreisen - und wo der hinzeigt, wächst keine Demut mehr. Denn 12000 Kilometer Distanz zum katholischen Glauben lassen als Reaktion auf diese sonderbaren Auswüchse mittelalterlicher Vorstellungen keine Alternative zur folgenden - eine Reaktion, die uns unsere eigene innere Einstellung zu den Geschichtchen um japanische Tempel vor Augen führt:

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